Stationen eines bewegten Lebens
Vom kleinen Kind aus der Plattenbausiedlung in Bukarest bis zum OB in Görlitz war es ein langer Weg.
Ereignisse wie das große Erbeben in der Hauptstadt Rumäniens, die furchterregende Beteiligung am Volksaufstand als Student, der Fall der Mauer in Deutschland, alle das sind Meilensteine, die meine Denk- und Arbeitsweise heute noch prägen.
1967-1989 Kindheit und Jugend in Bukarest
Am 28. Oktober 1967 wurde ich in Bukarest/Rumänien geboren. Ich bin in einer großen Plattenbausiedlung aufgewachsen und dort auch zur Schule gegangen. Später habe ich, ebenfalls in Bukarest, Musik und Pädagogik studiert. Historische Ereignisse haben mein Leben sehr geprägt. Im Jahr 1977 überlebten meine Familie und ich das katastrophale Erdbeben in Bukarest, bei dem viele Menschen ihr Leben verloren. Der Zusammenhalt während dieser Naturkatastrophe, und die Anstrengungen der Menschen für den Wiederaufbau, prägen sehr stark meine Kindheitserinnerungen. Zwölf Jahre später, im Dezember 1989, nahm ich, wie viele meiner Kommilitonen, als Student in Bukarest, am Volksaufstand, der zum Sturz des kommunistischen Regimes in Rumänien führte, teil. Die Straßendemonstrationen von damals und der Kampf um die Freiheit und Demokratie, der in Rumänien leider auch viele Menschenleben kostete, werden mir stets in Erinnerung bleiben. Die Friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 und der Volksaufstand in Rumänien im Dezember desselben Jahres haben mein Leben komplett verändert und dazu geführt, dass ich im Frühjahr 1990 nach Görlitz kommen konnte.
Als ich im Frühjahr 1990
durch einen Zufall nach Görlitz kam, ahnte ich nicht, dass unsere Stadt und Deutschland meine neue Heimat werden würden. Nach einem Probespiel wurde ich als Solo-Trompeter im Theater angestellt. Ich hatte nun hauptsächlich vor, Geld zu sparen, um mir damit neue, gute Instrumente kaufen zu können. Spätestens nach zwei Jahren, so der Plan, wollte ich nach Bukarest zurückkehren. Im Theater lernte ich jedoch noch im gleichen Jahr meine zukünftige Ehefrau Désirée kennen. Drei Jahre später gründeten wir eine Familie. Parallel dazu studierte ich an der Hochschule für Musik in Düsseldorf und machte dort 1994 meinen zweiten Abschluss. Die Zeit dort ist für mich bis heute eine sehr wertvolle, denn Sie eröffnete mir neues Wissen und neue Perspektiven.
Bereit, Verantwortung zu übernehmen
Durch meine verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten war ich relativ bald nicht nur beruflich, sondern auch gesellschaftlich vielfältig in Görlitz engagiert. Als ich von der CDU die Anfrage für eine Stadtratskandidatur bekam, entschied ich mich dafür und wurde im Jahr 2009 erstmals Stadtrat. Mein politisches Engagement nahm über die Jahre immer mehr zu. Im Jahr 2010 wurde ich CDU-Vorsitzender in Görlitz, später auch Kreisvorsitzender, wurde in den Kreistag, und 2014 als Nachfolger von Volker Bandmann in den Sächsischen Landtag gewählt. Dort arbeitete ich in den Ausschüssen Wissenschaft, Hochschule, Medien, Kultur und Tourismus sowie Verfassung, Recht und Europa.
© Paul Glaser
Es ist mir eine Ehre.
In dieser Zeit meiner Verantwortung habe ich gelernt, wie politische Prozesse funktionieren, wie sich Chancen am besten ergreifen lassen und wo auf Risiken und Stolpersteine zu achten ist. Politische Verantwortung entsteht für mich vor allem durch das Vertrauen der Menschen. Wer gewählt wird, erhält einen Vertrauensvorschuss, der verpflichtet. Dieses Vertrauen habe ich, seit ich vor sieben Jahren zum Oberbürgermeister gewählt wurde, immer als Auftrag verstanden, verlässlich, ehrlich und transparent im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu handeln. Daran möchte ich anknüpfen. Mit Erfahrung, Mut und Optimismus.